6 Warnsignale, die Hundehalter oft übersehen: Pfotenlecken, Schmatzen, Grasfressen & Co.
Viele Hundehalter bemerken irgendwann Veränderungen im Verhalten ihres Hundes und denken zunächst an eine harmlose Angewohnheit. Der Hund leckt ständig an den Pfoten, frisst Gras bei jedem Spaziergang oder schmatzt auffällig häufig.
Nicht jedes dieser Verhaltensweisen ist automatisch ein Anzeichen für eine Erkrankung. Gleichzeitig können wiederkehrende Veränderungen wichtige Hinweise darauf sein, dass im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Gerade im Bereich der Ernährung werden erste Warnsignale häufig übersehen oder als "typisches Hundeverhalten" abgetan.
In diesem Artikel erfährst Du, welche sechs Warnsignale Hundehalter kennen sollten und wann es sinnvoll sein kann, genauer hinzuschauen.
1. Ständiges Pfotenlecken
Kaum ein Symptom wird so oft unterschätzt wie dauerhaftes Pfotenlecken.
Viele Hunde putzen ihre Pfoten gelegentlich. Das ist völlig normal.
Auffällig wird es jedoch, wenn Dein Hund:
- täglich intensiv an den Pfoten leckt
- zwischen den Zehen knabbert
- nachts vermehrt schleckt
- rote oder verfärbte Pfoten entwickelt
- immer wieder dieselben Pfoten bearbeitet
Mögliche Ursachen
Hinter ständigem Pfotenlecken können unter anderem stehen:
- Allergien
- Futtermittelunverträglichkeiten
- Umweltallergien
- Reizungen der Haut
- Fremdkörper
- orthopädische Beschwerden
Pfotenlecken allein beweist keine Futtermittelallergie. Es gehört jedoch zu den Symptomen, die bei allergischen Erkrankungen häufig beobachtet werden.
Wann solltest Du aufmerksam werden?
Wenn das Verhalten über Wochen besteht oder immer wiederkehrt, sollte die Ursache abgeklärt werden.
2. Juckreiz ohne sichtbare Ursache
Viele Hundehalter warten auf kahle Stellen oder starke Hautentzündungen.
Dabei beginnt Juckreiz oft deutlich früher.
Typische Anzeichen:
- häufiges Kratzen
- Scheuern an Möbeln
- Reiben des Gesichts
- Lecken einzelner Körperstellen
- vermehrtes Ohrenschütteln
Besonders tückisch:
Oft sieht die Haut zunächst völlig unauffällig aus.
Mögliche Ursachen
Juckreiz kann viele Ursachen haben:
- Parasiten
- Umweltallergien
- Futtermittelallergien
- Hauterkrankungen
- bakterielle Infektionen
- Hefepilzinfektionen
Deshalb lässt sich allein anhand von Juckreiz keine Diagnose stellen.
3. Blähungen: Mehr als nur schlechte Luft
Jeder Hund hat gelegentlich Blähungen.
Problematisch wird es, wenn sie regelmäßig auftreten.
Typische Hinweise:
- häufige Flatulenzen
- stark riechende Gase
- Bauchgeräusche
- sichtbares Unwohlsein
- wechselnde Kotqualität
Was dahinterstecken kann
Mögliche Ursachen sind:
- schlecht verdauliche Nahrung
- Futterumstellungen
- zu hastiges Fressen
- Futtermittelunverträglichkeiten
- Erkrankungen des Verdauungstraktes
Blähungen sind oft ein Hinweis darauf, dass die Verdauung nicht optimal funktioniert.
4. Wiederkehrender Durchfall
Fast jeder Hund hat irgendwann einmal Durchfall.
Ein einzelnes Ereignis nach dem Fressen von etwas Ungeeignetem ist meist etwas anderes als wiederkehrende Probleme.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Wenn:
- Durchfall regelmäßig auftritt
- die Kotqualität ständig schwankt
- Schleim im Kot sichtbar wird
- der Hund Gewicht verliert
- weitere Symptome hinzukommen
Mögliche Ursachen
Unter anderem:
- Futtermittelunverträglichkeiten
- Parasiten
- Infektionen
- Stress
- chronische Darmerkrankungen
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Wiederkehrender Durchfall gehört zu den Beschwerden, die immer tierärztlich abgeklärt werden sollten.
5. Grasfressen: Instinkt oder Warnsignal?
Kaum ein Verhalten sorgt für so viele Diskussionen.
Die Wahrheit ist:
Viele Hunde fressen hin und wieder Gras.
Allein das ist noch kein Krankheitszeichen.
Wann wird es auffällig?
Wenn Dein Hund:
- täglich große Mengen Gras frisst
- hektisch Gras sucht
- immer wieder anschließend erbricht
- weitere Verdauungsprobleme zeigt
Mögliche Ursachen
Grasfressen kann unter anderem auftreten bei:
- Magenreizungen
- Übelkeit
- Verdauungsbeschwerden
- normalem Erkundungsverhalten
Die genaue Ursache lässt sich allein anhand des Grasfressens nicht sicher bestimmen.
6. Häufiges Schmatzen
Viele Hundehalter denken bei Schmatzen zunächst an Hunger.
Tatsächlich kann häufiges Schmatzen verschiedene Ursachen haben.
Besonders auffällig ist es, wenn ein Hund:
- morgens schmatzt
- nachts schmatzt
- ständig schluckt
- vermehrt leckt
- unruhig wirkt
Was dahinterstecken kann
Mögliche Ursachen sind:
- Übelkeit
- Magenreizungen
- Reflux
- Zahnerkrankungen
- Erkrankungen im Maulbereich
Vor allem dauerhaftes oder neu auftretendes Schmatzen sollte ernst genommen werden.
Was viele dieser Warnsignale gemeinsam haben
Pfotenlecken, Juckreiz, Blähungen, Durchfall, Grasfressen und Schmatzen haben eines gemeinsam:
Keines dieser Symptome beweist eine bestimmte Erkrankung.
Viele Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.
Genau deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell Schlussfolgerungen zu ziehen.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Die Ernährung ist nicht immer die Ursache.
Sie kann jedoch ein wichtiger Faktor sein.
Eine ungeeignete Fütterung, Futtermittelunverträglichkeiten oder eine nicht optimal angepasste Ernährung können Beschwerden verstärken oder dazu beitragen, dass sie bestehen bleiben.
Deshalb lohnt es sich häufig, die Ernährung eines Hundes kritisch zu überprüfen und die Gesamtsituation zu betrachten.
Fazit
Hunde zeigen Beschwerden oft deutlich früher, als vielen Haltern bewusst ist.
Ständiges Pfotenlecken, Juckreiz, Blähungen, Durchfall, Grasfressen oder Schmatzen sind keine Diagnosen. Sie können jedoch wertvolle Hinweise darauf liefern, dass etwas nicht stimmt.
Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser lassen sich mögliche Ursachen eingrenzen und geeignete Maßnahmen einleiten.
Ein genauer Blick auf Ernährung, Haltung, Vorerkrankungen und das gesamte Beschwerdebild kann dabei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind.